Was Unkraut zupfen mit innerer Ordnung zu tun hat

Heute mal ein kleiner Erfahrungsbericht: 

Ich wollte im Garten eigentlich nichts Großes machen – und hab dabei etwas Wichtiges über Ordnung gelernt.

Als wir vor etwa einem Jahr unser Haus gekauft haben, hatte dieses bereits eine Geschichte. Die Vorbesitzer hatten ein paar Jahre hier gelebt – und das konnte man sehen. Überall wucherte es, blühte es, rankte sich etwas empor. Ein gewachsener Garten mit Charakter, mit Ecken und Kanten. Auch mit Beeten die zum Bepflanzen einladen (sollen).

Bisher nicht so mein Ding ...

Ich dachte mir: Schön, dass da was Grünes ist – aber da tue ich mir jetzt nicht so viel an.
Der Garten war für mich eher ein Nebenschauplatz. Der Fokus lag auf dem Umzug, der großen Veränderung und auf dem Ankommen. Und ehrlich gesagt: Ich hatte erstmal nicht vor, mich näher mit dem Unkraut zu beschäftigen.

Aber dann kam dieser Moment.

Ich stand vor den Rosenbeeten, die inzwischen ganz schön verwildert waren. Das Unkraut schoss dazwischen hervor, keine Ahnung was darin alles wuschs und die Form war irgendwie… na ja, nicht mehr wirklich erkennbar.
Und dann kam dieses Bedürfnis: Ich möchte es hier schön haben!

Neue Ordnung im Garten

Nicht nur in den Schränken und Regalen wollte ich Ordnung, sondern auch im Garten.
Dieses Gefühl war etwas Neues für mich.

Also hab ich mich reingekniet. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe gezupft, gesammelt, zurückgeschnitten. Nicht schnell, nicht hektisch – sondern fast meditativ. Mit jeder Handbewegung wurde es etwas klarer. Etwas schöner. Etwas ordentlicher.
Und plötzlich merkte ich: Das tut mir gerade richtig gut.

Wenn das Beet aufatmet - und die Seele auch

Es war nicht nur Gartenarbeit. Es war ein kleiner Befreiungsschlag. Da wurde nicht nur das Beet aufgeräumt – auch in mir drin wurde etwas leichter.
Nach einer Stunde habe ich das Beet angeschaut – und auf einmal sah ich: Raum. Ruhe. Schönheit. Und ganz viel Ordnung.

Und da wurde mir klar:
Unkraut zupfen ist wie inneres Aufräumen.
Es hat etwas unglaublich Befriedigendes, wenn etwas wieder Form bekommt. Wenn das Durcheinander sich lichtet. Wenn man sich von dem trennt, was stört – und plötzlich mehr sieht von dem, was bleibt.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt: Ordnung ist nicht nur ein Zustand. Es ist ein Prozess. Ein Tun. Ein Moment des Loslassens.
Und manchmal beginnt dieser Prozess ganz unerwartet – zwischen Rosenblättern und Gartenerde.

Na, Lust bekommen loszuwühlen? Egal ob im überwucherten Garten oder den vernachlässigten Balkonpflanzen - jeder Diamant wartet nur darauf geschliffen zu werden und sein volles Potenzial zu entfalten. Also, worauf wartest du noch?

Viele liebe ordentliche Grüße,
Deine Stefanie

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