Ordnungsroutine

Wenn Routinen wackeln – und warum das völlig okay ist

Auch als Ordnungsliebende gibt es bei mir manchmal Ausreißer. Warum das vollkommen okay ist, ich mich nicht dafür schäme und wie ich wieder zu meinen Routinen zurückfinde, erzähle ich dir in diesem Blog.

Das Abendessen ist gegessen, aber irgendwie war es an diesem Abend besonders chaotisch. Statt gemeinsam abzuräumen, wird gleich herumgetobt – und bei uns Eltern ist der Akku einfach leer. Wir lassen uns mitreißen, schieben das Aufräumen auf später und biegen den Abend irgendwie so rum. Als die Kinder endlich schlafen, sind wir einfach nur platt. Also: ab auf das Sofa.

Am nächsten Morgen bereue ich meine Nachlässigkeit. Neben Jause herrichten und Frühstück machen heißt es erstmal Aufräumen und Sauber machen. Und genau da merke ich wieder, wie kostbar diese Minuten am Morgen sind. Hätte ich doch …


Solche Abende passieren. Und sie sind kein Weltuntergang.
Denn Routinen sind keine starren Regeln, die bei der kleinsten Abweichung zerbrechen. Sie sind wie ein Gummiband: Sie dehnen sich, aber sie kommen wieder zurück.

Ich musste mir meine abendliche Ordnungsroutine an den folgenden Abenden einfach etwas bewusster machen. Es ging nicht mehr ganz automatisch, aber ich blieb dran. Und nach zwei, drei Abenden war ich wieder voll drin – so selbstverständlich, wie man sich abends die Zähne putzt, ohne groß drüber nachzudenken. 

Damit das gelingt, helfen diese drei Gedanken:

1. Bleib nachsichtig – und mach einfach weiter.

Es gibt Tage, da ist einfach Schluss mit Energie. Du lässt mal was liegen, der Abend läuft anders als geplant – und das ist völlig okay. Routinen sind keine starren Gesetze, die du brechen kannst, sondern Gewohnheiten, die sich mit dir bewegen dürfen. Entscheidend ist nicht, dass du sie immer perfekt durchziehst, sondern dass du zurückfindest. Mach’s dir leicht: Fang einfach wieder an, sobald du kannst, und zwar ohne Druck oder schlechtes Gewissen. Nach ein paar Malen ist der Automatismus wieder da – und du musst gar nicht mehr groß drüber nachdenken.


2. Kenn dein „Warum“.

Wenn du eine neue Routine in dein Leben holen möchtest, frag dich zuerst: Warum will ich das überhaupt?
Nur wenn dein Grund wirklich stark ist, wirst du auch dann dranbleiben, wenn der Alltag dich fordert.
Vielleicht willst du am nächsten Morgen weniger Stress haben, weil die Küche schon erledigt ist. Vielleicht möchtest du abends mit einem ruhigeren Gefühl ins Bett gehen. Oder du willst einfach beweisen, dass Ordnung auch mit Familie möglich ist – Schritt für Schritt.
Ein starkes „Warum“ ist wie ein innerer Motor: Es zieht dich durch die müden Abende, an denen du sonst aufgeben würdest. Schreib dir diesen Grund ruhig irgendwo auf oder sprich ihn laut aus. Er erinnert dich daran, warum sich die Mühe lohnt, bis aus der bewussten Entscheidung eine echte Routine geworden ist.

3. Mach dir Reize zunutze – sie sind die kleinen Wegweiser deiner Routine.

Unser Gehirn liebt Wiederholung. Wenn du Routinen festigen möchtest, verknüpfe sie mit bestimmten Reizen:
 – Das Licht über dem Esstisch ausschalten → Signal: Jetzt kommt der Tagesabschluss.
 – Ein bestimmtes Lied beim Aufräumen → dein persönlicher Startknopf für die Routine.
 – Der Duft deines Spülmittels oder das Klicken der Besteckschublade → Erinnerung: gleich geschafft.

Je öfter du dieselben Reize mit denselben Handlungen verbindest, desto weniger musst du nachdenken. Dein Gehirn speichert sie als Automatismus. So wird Ordnung kein Kraftakt mehr, sondern etwas, das einfach dazugehört – wie das Licht auszuschalten, wenn du den Raum verlässt.


Ordnung entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Dranbleiben.

Und wenn es mal nicht klappt: Atme durch, lächle, und fang am nächsten Abend wieder an.
Deine Routine ist dein Fels in der Brandung - der dich unterstützt auch wenn es gerade mal chaotisch zugeht.

Hast du Fragen/Wünsche/Anregungen zu meinen Beiträgen. Schreib mir gerne eine Nachricht!


Viele liebe ordentliche Grüße,
Deine Stefanie

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