Ordnung mit Kindern -
5 Herausforderungen und Lösungsansätze
 

Das Thema Ordnung ist in vielen Familie eine alltägliche Herausforderung.
Wie viel Disziplin beim Aufräumen muss ich meinem Kind beibringen?
Wie streng soll ich sein?

Meine Meinung: Es hängt stark von deinen Bedürfnissen ab! Wenn es für dein Wohlbefinden wichtig ist, dass der Wohnraum aufgeräumt ist, darfst du da auch konsequent sein. Du bist immerhin die Mama oder der Papa! Dass es dir gut geht, ist wichtig für die ganze Familie.

Unordnung kann zu einem dysfunktionalen Alltag führen und allgemeine Unzufriedenheit auslösen. Da ist es doch besser die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren.

Kommt es dabei nicht zu einem Konflikt mit den Kindern, wenn sie etwas ändern sollen? Ja, dazu kann es kommen. Doch Konflikte zu lösen und auch auszuhalten ist eine wichtige Kompetenz, die ihnen im Leben weiterhelfen wird (genauso wie die Kompetenz Ordnung zu halten!).

Ich hab mir aus dem Alltag mit meinen Kindern 5 Herausforderungen herausgepickt und wie es uns gelingt, diese (fast) immer zu lösen.


 1. Geschenke im Übermaß 

Die Familie meint es gut und die Wünsche sind groß. Aber was ist mit dem Platz im Kinderzimmer? Dieser ist nicht unendlich erweiterbar. Nutze die Gelegenheit vor Weihnachten, dem Geburtstag, Ostern … gemeinsam mit deinem Kind (außer es ist noch zu klein, ich würde sagen bis 3 Jahre) auszusortieren. 
Durch die Vorfreude, dass ihre Wünsche erfüllt werden, kann ganz viel Motivation entstehen alte Sachen loszulassen. Du kannst z.B. auch sagen: „Das Christkind würde dir gerne das gewünschte Puppenhaus schenken. Aber es kennt auch dein Zimmer und da ist nun mal kein Platz.“ 
Größere Kinder kann man ruhig mal selbst vor die Aufgabe stellen wenn der Platz für den Geschenkewunsch nicht da ist. Stell ihnen einen Wäschekorb zur Verfügung mit der Aufgabe Platz für das neue Spielzeug zu schaffen durch Aussortieren. Ich bin mir sicher, da fällt den Kindern die Trennung von längst überflüssigen Dingen recht leicht. 

 

Ich gehe davon aus, dass du die guten Sachen weitergibst. Sag deinem Kind also ruhig, dass diese Spielsachen andere Kinder bekommen und sich sehr darüber freuen werden. Frag mal im Freundeskreis ob Bedarf besteht. Meist befinden sich aber auch in den anderen Kinderzimmern eher zu viele Sachen. Dann spende doch lieber an eine Sozialorganisation deiner Wahl. So bekommen die alten Spielsachen einen neuen Sinn. 

2. Deine Sachen lernen fliegen 

Zumindest in einer Lebensphase (bei uns gerade aktuell, weil meine Kleine 1 Jahr alt ist) scheint es von einigen Kindern die Lieblingsbeschäftigung zu sein, einfach wahllos Sachen aus den Laden und Kästen herauszuräumen. Das Schöne daran: Sie lernen durch Erkunden ganz viel und sind dabei wunderbar beschäftigt. Das Unangenehme daran: Es schaut ständig aus, als hätte eine Bombe in deinem Wohnraum eingeschlagen. 

Meiner Meinung nach gibt es dafür zwei Strategien. 

Erstens du versperrst die Laden und Kästen mittels Kindersicherungen. Beim Öffnen musst du dich, je nach System, aber selbst etwas mehr plagen, um an die Sachen ranzukommen. 

Zweitens du akzeptierst die Situation, wie sie ist. Achte darauf, dass in den erreichbaren Zonen keine zerbrechlichen oder gefährlichen  Gegenstände lagern und lass dein Kind einfach werkeln. Zu bestimmten Zeiten (oder wenn der Boden schon zu voll ist) wird dann alles wieder eingeräumt und zwischendurch herrscht eben mal Chaos. Anmerkung ich habe mich eher für die zweite Variante entschieden. ;-) 

3. Kinderzimmer aufräumen als Pflicht? 

Hörst du dich manchmal sagen: „Jetzt räum doch endlich dein Zimmer auf! Hier sieht es ja aus wie im Schweinestall!“ Ganz ehrlich. Ich glaube fast jede Mutter oder jeder Vater macht mal eine Aussage in der Richtung. Aber klingt das für dich motivierend? Wohl eher nicht! Ich würde dir jetzt gerne einen Zaubersatz an die Hand geben, aber wie so oft ist der Weg etwas komplexer. Kinder wollen Entscheidungen treffen! Das fängt schon mal damit an zu wählen, wo was aufbewahrt werden soll. Kinder sind in der Regel visuelle Typen. Das bedeutet, sie wollen ihre Sachen sehen. Sonst haben sie die unbewusste Befürchtung „aus den Augen aus dem Sinn.“ Dabei können transparente Boxen hilfreich sein. Ebenso hilfreich ist eine kindgerechte Beschriftung, farbliche Kodierung (z.B. „alle Matchbox-Autos kommen in die grüne Kiste“) und möglichst grobe Unterteilungen. 

 

Wenn es ums konkrete Aufräumen geht: Hol dein Kind in der Situation ab wo es gerade ist. Wenn es gerade in ein Spiel vertieft ist, erkundige dich danach und vereinbart, wie ihr das mit dem Aufräumen danach handhabt. 
Kleinere Kinder brauchen noch Begleitung beim Aufräumen. Für sie ist noch total unklar was ein „aufgeräumtes Zimmer“ bedeutet. Wann ist es aufgeräumt? Gilt es auch wenn ich alle Sachen unters Bett schiebe? 

Meine Kinder sind ja noch ziemlich klein (3 Jahre und 1 Jahr). Bei uns wird viel im Wohnzimmer gespielt und wir haben da so ein Ritual. Vor der Gute-Nacht-Geschichte räumen wir gemeinsam auf und dazu habe ich mir das Lied aus der Krabbelstube „geklaut“. Mein Sohn ist manchmal mehr manchmal weniger bei der Sache. Für mich ist das ok. Er ist ein Kind. Dann mache ich eben ein paar Handgriffe mehr. Wenn alles weggeräumt ist, kuscheln wir uns aufs Sofa und die Lesezeit beginnt. Mit dem Papa läuft es ähnlich ab, wenn auch etwas oberflächlicher beim Aufräumen. ;-)

4. Bauwerke und Kinderkunst 

Bei den Bauwerken aus z.B. Duplo oder Bausteinen bin ich selbst noch am Anfang des Lernprozesses. Mein Dreijähriger beginnt gerade mit komplexeren Bauten, die er erst später oder am nächsten Tag fertigstellen möchte. Dies will ich ihm nicht verwehren. Gleichzeitig sollen auch die angefangenen „Baustellen“ nicht überhandnehmen. So vereinbaren wir, wie lange das Bauwerk stehen darf. Er ist noch etwas zu jung um sich unseren Deal richtig zu merken, doch ich bin zuversichtlich, dass er das mit der Zeit verinnerlichen wird. 

 

Bei den Kunstwerken wie z.B. Zeichnungen oder Bastelarbeiten handhabe ich es von Anfang an so, dass ich ihnen für eine bestimmte Zeit einen Rahmen gebe. Sie werden auf den Kühlschrank gehängt oder in einen Bilderrahmen gesteckt. Dann werden sie nach gewisser Zeit ausgetauscht. So wird jedes Kunstwerk entsprechend gewürdigt und es geht in dem Sammelsurium nicht unter. 

Bisher entscheide ich noch welche Kunstwerke aufgehoben werden und welche ich nach der Ausstellungszeit entsorge. Wenn meine Kinder etwas älter sind, werden sie in die Entscheidung mit einbezogen. 

Ich habe auch schon mal ein bisschen gebastelt (obwohl ich beim Basteln zwei linke Hände habe) und Glückwunschkarten aus großen „Gemälden“ aus der Krabbelstube gemacht. Wie das so aussieht und weitere Impulse kannst du in meinem Kurzvideo nachsehen. 

5. Kleidergrößen wechseln 

Das ist auch für mich ein leidiges Thema. Wo bewahre ich die Kleidung auf, die ich bekommen habe, aber die noch nicht passt? Wo lagere ich die zu klein gewordene Kleidung zwischen, bevor sie weiterziehen darf? 

Ich habe immer eine große Box für jedes Kind, in die laufend die Kleidung wandert, die nicht mehr passt. Wenn die Box voll ist, wandert sie an eine Freundin mit kleinerem Kind weiter. So kam ich selbst bisher auch zu den meisten Kleidungsstücken meiner Kinder, die Kleidung wird im Freundeskreis einfach herumgereicht. Ich mag den Gedanken sehr, dass ein Kleidungsstück lange und oft genutzt wird. Kinder wachsen nun mal so schnell, da wäre es doch schade, wenn es nur wenige Monate oder sogar Wochen getragen wird. 
In meinem „Lager“ befinden sich auch Boxen mit Kleidung, in die meine Kinder erst reinwachsen werden. Am Liebsten würde ich ja immer in einem Rutsch alle Kleidungsstücke einer Größe tauschen z.B. von Größe 74 auf Größe 80. Aber leider sind die Teile oft so unterschiedlich geschnitten, dass ich fast immer 2 Kleidergrößen in den Kinderkommoden habe. Nicht optimal, ich weiß. Von manchen Stücken, die noch passen mag ich mich manchmal noch nicht trennen. Ist wohl eine Ordnungsschwachstelle bei mir. ;-)

 

Bei älteren Kindern ist es jedenfalls sinnvoll, mit ihnen auszusortieren und daraus eine gemeinsame Aktivität zu machen. Da können sie auch gleich die Sachen anprobieren, um zu checken was noch passt. (Musik zum Aussortieren, die beiden Spaß macht nicht vergessen!) 

 

Ordnung mit Kindern ist ein Lernprozess der sich, ich würde mal sagen so mindestens 18 Jahre, hinzieht.
Ich selbst stehe dabei noch ziemlich am Anfang und freue mich darauf, mehr über meine Kinder und auch mich selbst lernen zu dürfen. Denn es geht nie nur um die Kinder. Wir packen selbst immer unsere Wünsche und Bedürfnisse oder auch unsere Wertvorstellungen in den Umgang mit unseren Kindern hinein.
 

Kinder leben im Moment! Da können wir Großen auch etwas von ihnen lernen. Mein Sohn ist in manchen Momenten sehr penibel, dass die Dinge an ihren Platz zurückgeräumt werden. Im nächsten Moment fliegt alles Mögliche durch die Gegend und es scheint ihm egal zu sein. Er ist ein Kleinkind, dass die Welt mit anderen Augen sieht als wir Erwachsenen. Es liegt an mir, zu erkennen, in welcher „Welt“ ich ihn gerade abholen kann und zu lernen, wie wir unseren Alltag so gestalten, dass alle Bedürfnisse Platz finden - die der Großen so wie die der Kleinen.

Gute Nerven und viel Freude beim Ordnung schaffen,
deine Stefanie

Hast du noch andere Herausforderungen?

Ich würde mich freuen, wenn du sie mir davon erzählst. Schreib mir einfach über das Kontaktformular eine Nachricht :-)

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